Donnerstag, 27. Februar 2014

Raw Materials in Bietigheim-Bissingen

Besuch der Ausstellung "Raw Materials" in der  Städtischen Galerie in Bietigheim-Bissingen

 

Vom 18.Januar bis 30. März 2014 ist in der Städtischen Galerie in Bietigheim-Bissingen die Ausstellung "Raw Materials", die vom "Museum für Konkrete Kunst" aus Ingolstadt übernommen wurde zu sehen.
Man sollte sich allerdings nicht unbedingt einen Tag frei nehmen um extra dort hin zu fahren. Die Galerie öffnet nämlich erst um 14Uhr. Nun sollte man meinen, dass man sich in einer Stadt dieser Größenordnung derweil anders beschäftigen könnte. Weit gefehlt! 
Auch das kleine, feine Stadtmuseum im wunderschönen Hornmoldhaus hat vormittags geschlossen.


                                Skulptur im Stadtgarten

 Bleibt noch der kleine Stadtgarten mit seinen Skulpturen und ein Japangarten, der allerdings ebenfalls verschlossen ist. Da man nicht zum Einkaufen her gekommen  ist, das kann man überall, denkt man an einen Spaziergang durch das Wiesental, welches sehr schön sein soll. Doch bereits nach kurzer Strecke entscheidet man sich dann zur Umkehr. Der Gülle-Gestank ist unerträglich! Befinden wir uns hier wirklich in einer Stadt? Nicht zu verstehen ist, wie so etwas erlaubt ist in einem Überschwemmungsgebiet, wo der ganze Dreck in den Fluß läuft!

                                   Skulptur: Turm der grauen Pferde

Nun gut, also retour in die Kleinstadt. da kann man ja noch etwa essen, bevor man sich zur Kunst begibt. Auch hier muss man feststellen, dass so einige Lokalitäten geschlossen sind. Muss man sich jetzt mit einem Asiensnack auf den Weg machen?

                            Durchgang zur Galerie

Endlich um 14Uhr der Einlass. Höflich aber bestimmt wird man aufgefordert die allerkleinste Handtasche im Schließfach abzulegen. Stecke ich als Frau nun meine Lesebrille, mein Mobiltelefon in meine Leggings oder trage ich beides in den Händen oder unter der Achsel, saublöd! Haben die etwa Angst jemand könnte sich einen Plastikeimer oder einen abgebrochenen Maßstab klauen?
Von Fotografieren mal ganz abgesehen, was in Berliner Museen selbstverständlich ist, im Museum für "Neue Kunst" sogar mit Blitz.

Wenigstens muss man dieses Mal keinen Eintritt bezahlen.
Einige Namen von Künstlern kennt man ja bereits und freut sich darauf, wie z.B. Günther Ücker, Tony Cragg und Peter Fischli. Andere lernt man neu kennen, findet sie gut, wie z.B.Rolf Glasmeier, andere möchte man am liebsten gleich wieder vergessen, weshalb sie hier auch keine Erwähnung finden.
Manche kannte man bereits und wundert sich noch immer über den Erfolg eines so fantasielosen Wichtigtuers wie Timm Ulrichs, wie üblich minimaler Aufwand, maximaler Auftritt.
http://www.artquilt.de/Berichte/museum-tuebingen-ritter-sport.html 
Beat Zoderers "Fadenspulen" sind sehr gefällig, wobei es sich jedoch nicht um Fadenspulen sondern eher um Rollen von Klebebändern, Toiletten-Papier und ähnlichem handelt, aber ganz schön. 
Die "Predigt" von Tony Cragg erschließt sich dann erst über den Titel. Da kann man wieder sehen wie wichtig dieser sein kann.
Bei den meisten Künstlern nutzt der Titel allerdings recht wenig, nämlich dann wenn die gesamte Arbeit nichts wert ist. Man kann nur raten: " Liebe Leute, das nächste mal die Materialien lieber gleich im Baumarkt lassen! Aber vielleicht habt ihr sie dort ja nur gerettet, weil die zerschlissenen Dämmplatten und Holzreste kein Heimwerker mehr haben wollte. Wie großmütig! Und  nun werden sie dem werten Kunstfreund zugemutet.

Das Highlight der Ausstellung jedoch war, welch Glanz in dieser Hütte, das Video  " Der Lauf der Dinge" von Peter Fischli und David Weiss. Jeder Physik- und Chemielehrer der gesamten Gegend sollte mit seinen Schulklassen dort hin gehen. Das ist hoch interessant und faszinierend zugleich. Der einzige Punkt in der Galerie, an dem auch Kinder ganz gefesselt still sitzen. Das nächste mal nehme ich allerdings einen Naturwissenschaftler mit, der mir erklären kann, um welche Materialien es sich dabei handelt, die so effektvoll zu brennen beginnen und weshalb manche Gegenstände kippen.
Wem der Weg nach Bietigheim zu weit ist, kann die Videos auch auf "Youtube" ansehen, da kann man sich dann  den Anblick von alten Plastikfolien und Eimern aus dem Baumarkt der übrigen Handwerker ersparen.
https://www.youtube.com/watch?v=RTobV-Gnv-8 
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Fischli_und_David_Weiss

                                                         Von mir ab sofort zur Kunst erklärt

 Ich  frage mich weshalb man seine Handtasche abgeben musste. Diese Kunst ist es nicht einmal wert zerstört zu werden. Was ich absolut nicht verstehe ist, weshalb die "Daimler-Kunstsammlung" Geld ausgibt für ein olles Kellerregal (von Mathieu Mercier), das  jeder Daimler Fahrer so nur schöner in seiner Garage hängen hat? Womöglich war der Antrieb Franzosen müssten was von Kunst verstehen! Würden die Designer von Daimler genauso miserabel arbeiten, kein Mensch würde ein solches Auto kaufen. Vermutlich liegt es daran, dass zuvor schon einige Ignoranten sich Basteleien dieses Künstlers gekauft haben. Durch die Wertsteigerung war es anschließend für die Sammlung "ersterbenswert"(Ich geb mir lieber die Kugel) sich sowas zuzulegen. Dafür braucht man keine Ahnung von Kunst zu haben.
Die meisten "Raw Materials" waren langweilig, hässlich und überflüssig. Das darf sich jeder trauen auszusprechen.
                                    oder Zu Hause bleiben


Wenn man denn schon mal in dem Gebäude ist, schaut man sich die Studioausstellung aus dem eigenen Bestand des Hauses an,  die von den Besuchern selbst ausgewählt werden durften. Welch schöne Idee! 
Da tun sich allerdings Fragen auf: "Standen alle Werke des Hauses zur Wahl, oder wurde bereits vorsortiert! Wurden alle gewählten Arbeiten ausgestellt, oder wurde auch hier wieder aussortiert?" Dann würde auch noch interessieren, weshalb die Auswahl nicht anonym war. Sollte hier die Möglichkeit bestehen unliebsame Wähler fern zu halten? Klar, dass die ortsüblichen Honoratioren nicht unter den Tisch fallen, andere aber vielleicht schon.
Hier im Altbau verdiente die Kunst schon eher diesen Namen, obwohl sich in einzelnen Fällen Verwunderung breit macht. Kinder und Narren sagen bekanntlich die Wahrheit, was zum Schmunzeln einlädt, wenn die Kleinen vor einem mit Kaninchenfell bezogen Stahlgerüst ohne Umschweife fragen: " Soll das auch Kunst sein?"  Ja, es soll, vermutlich war es jedoch ursprünglich nur ein Teil oder ein Probestück aus einer richtigen Arbeit von Anja Luithle, von der man eigentlich wirklich sehr gute Kunst kennt. Vielleicht hatte die Stadt Bietigheim nicht das Geld für ein ganzes Werk und hat sich ein kleines Teil Teil daraus in Form eines Hasenschwänzchens geleistet. Alles denkbar!
Erwähnenswert sind nur die üblichen Lokal-Größen wie Richard Hohly, Luisa Richter, Karl-Heinz Groß, Paul Reichle, Walter Strich-Chapel, Otto Rombach und Gustav Schönleber. Von Sabine Braun sind schöne Fotos zu sehen. Wenn Robert Würth bei seinen Arbeiten auf merkwürdig-überflüssige Balken und Fetzen, die sich quer über die Fläche ziehen, verzichten würde, dann wären es ganz schöne Bilder. Hier zeichnet sich eine gewisse Angst vor der eigenen Courage ab, bloß nicht zu gegenständlich werden, sonst nimmt Dich keiner ernst. Das lese ich in seinen Bildern.

                            Blick aus dem Galeriegang hinaus

Alles in allem: Die Studioausstellung sehenswert, Raw Materials hätte man sich lieber in Ingolstadt ansehen sollen, da hätte man leichter auf andere Veranstaltungen ausweichen können, wenn einem die Spanplatten langsam auf den Senkel gehen.
Empfehlenswert auch für alle, die sich für Kunstfreunde halten :
"KUNST HASSEN" von NICOLE ZEPTER
Man sollte seinem eigenen Empfinden vertrauen und nicht irgendwelchen Galerieleitern, auch wenn diese noch so viele Titel haben.  

http://www.badische-zeitung.de/ausstellungen/raw-materials-in-bietigheim-bissingen--79875817.html 
http://www.amazon.de/Kunst-hassen-Eine-entt%C3%A4uschte-Liebe/dp/3608503072 
http://swrmediathek.de/player.htm?show=9559e0d0-8437-11e3-8c0d-0026b975f2e6 
http://www.morgenpost.de/printarchiv/familie/article124872343/Durch-den-Baumarkt-kann-sich-der-Mensch-verwirklichen.html 






Freitag, 21. Februar 2014

Internationaler Tag der Muttersprache


                     Auch Dialekt ist Muttersprache

Zum internationalen Tag der Muttersprache, und Valentinstag war ja auch erst, hier ein kleines Gedicht aus einem wunderschönen Buch (Lustiges aus'm Scharzwald), das in den 1890er Jahren  mein Urgroßvater J.J. Hoffmann(der Schwarzwaldpoet) zusammen mit Fritz Reiss(dem Schwarzwaldmaler) herausgebracht hat. 

http://www.sprachlog.de/2014/02/21/tag-der-muttersprache-2014/ 

                                              Gedicht von J.J. Hoffmann

          I han's ihm do g'schriewe,

          Un han's ihm do klagt:

           Wie als mi dös Hoimweh

           So liederli' plagt

           

           Gang 'nues i in Acker

            Gang 'nues i in Klee

            Mir fehlt halt der Mich'l

            wu n'i gang, wu n'i schteh!

            Ob er, in dem Karlsruh',

            Wohl au e so denkt?

             Oder hett er si Herz

             An e Schtadtmamsell g'henkt?

            wenn sell wär, mi Briefle

            Verrießet i gli'  

            Thu i's jetz' in de Kaschte

            Oder--- thu i's net ni?

                                                Am Briefkasten von Fritz Reiss

 http://mffun.tv/deutsch/?p=14217

Montag, 17. Februar 2014

Weg mit Sotschi

Hör I Sotschi-Dann kotz I

Ich kann es nicht mehr ertragen! Sport,Olympia, Sport,Olympische Spiele, Winterspiele, Olympiade 2014 und nochmals Sport. Muss denn der Normalbürger in sämtlichen Medien von morgends bis nachts mit Beiträgen zu Medaillen oder Nicht-Medaillen, zu Abfahrten auf Schiern, auf Bobs, auf Snowboards oder auf Bratpfannen überschüttet werden, ob er das will oder nicht? Kann man denn nicht, auch im Rundfunk, diesen ganzen zähen, langweiligen Mist nicht einfach auf einem Sportsender ausstrahlen, und gut ist!? Kathi Witt ist sicher eine schöne Frau, aber ich kann sie nicht mehr sehen, ich will ihre blöden Kommentare über die Befindlichkeiten von ihren Eislaufkolleginnen nicht mehr ertragen. Bitte liebe Fernseh- und Rundfunksender macht ein Ende mit diesem Spuk. Närrische Berichterstatter, die beinahe ausrasten, wenn irgendeine Frau "Sackenbecker-Höör" oder ein Herr "Affenstihler" einen Sieg erringt. Diesen hundertfachen Ruf nach "GOLD, GOLD, GOLD" eines rumpelstielzchen-haften Reporters, während in Sotschi Journalisten verhaftet werden. Das kann kein Mensch mehr ertragen. Man wird ganz krank davon. Mir graut bereits vor der Fussball-WM!!
Da läßt man Nachrichten und sogar die Tagesschau ausfallen, um dem Volk gewaltsam diesen sinnfreien Quatsch aufzuzwingen. Gut, wenn die Bevölkerung sich mit "Brot und Spiele"(bloß ohne Brot) beschäftigt! Da interessiert man sich schon nicht für Politik. Keiner bekommmt etwas mit von den wichtigen Dingen, wenn man von oben herab abgelenkt wird. Vollkommen unverständlich ist jedoch, wie man normal veranlagte Menschen dazu bewegt  andere Menschen zu beobachten, wie sie angestrengt und scheinbar völlig spaßfrei runde Klötze über's Eis rutschen. Mir wird direkt übel !

                       Collage zum Thema Olympia 2014 der Künstlerin Friederike Hoerst-Röhl 
 

Jeder weiß doch ganz genau, was Putin da in seinem Land angerichtet hat .Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, Kritische Journalisten ausgeschaltet, den Rest läßt er bespitzeln verhaften, foltern. Marx  würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüßte, wieviel Macht die Popen wieder einnehmen. Man erinnert sich  noch an?: "Religion ist Opium für's Volk!" Jetzt beten sie für den Medaillengewinn für Putin den Menschenverächter! 
 Wieso vergibt ein olympisches Komitee an Länder,in denen Menscherechte nachweislich mit Füßen getreten werden den Zuschlag für eine derartige Veranstaltung? Auch hier zählten wieder nur Geld, Macht und Show satt Menschenwürde! Ihr einfältigen, ehrgeizigen Sportler, warum fahrt Ihr da überhaupt hin? Wie könnt Ihr nur die Gewaltherrschaft Putins ausblenden bloß wegen einem Stückchen Blech? Wenn die Medien die Berichte darüber wenigstens aufs Notwendige, wobei von Notwendigkeit keinesfalls gesprochen werden kann, beschränken würden, würde man Putin nicht so eine große Plattform bieten für seine Allmachtsphantasien. 

Donnerstag, 13. Februar 2014

Sargzwang

Abschaffung des Sargzwangs in Baden-Württemberg

Ende März 2014 soll im Landtag von Baden-Württemberg über die Abschaffung des Sargzwangs entschieden werden. In diesem Fall würde ich mir eine direkte Demokratie wie in der Schweiz wünschen.

Dann könnten die Landtagsabgeordneten nicht so gedankenlos über Regelungen entscheiden, von denen schon im voraus feststeht, wie die Sache ausgeht. Irgendwann einmal, vermutlich im Sommerloch, tauchte bei einigen Mitgliedern des Landtages der dringende Wunsch auf den religiösen Gebräuchen unserer muslimischen Mitbürger Rechnung zu tragen. Man möchte nicht länger, dass diese ihre Verstorbenen in ihre Heimat fliegen um sie dort zu beerdigen. Da muss nun dringend Abhilfe geschaffen werden. Ein paar klugen Köpfen kam spontan die Idee, man müsse doch lediglich die Sargpflicht aufheben und schon ist wieder Toleranz demonstriert.Wenn die Andersgläubigen ihre Toten in den üblichen Leinentüchern bestatten dürfen, gibt es ja keinen Grund mehr diese in die Heimat zu verbringen. Da hat man mal wieder gezeigt, dass wir  gute Christenmenschen sind.


Kurz gedacht, wie in der Politik so üblich, ist man sich unter Abgeordneten ganz einig, dass diese Regelung selbstverständlich ausschließlich für Muslime und Juden zu gelten hat. Für Christen und alle anderen gilt, klarer Fall, weiterhin die absolute Pflicht seine Verblichenen in teuren Särgen zu beerdigen, sebst dann, wenn diese anschließend im Krematorium einer Feuerbestattung zugeführt werden.da verwundert es doch sehr, dass eine Feuerbestattung nicht vornehmlich Hindus vorbehalten bleibt, galt diese Art der Bestattung den Katholiken Deutschlands in den 60er Jahren noch als vollkommen gotteslästerlich, und Gotteslästerern konnte es  in der Vergangenheit passieren, dass die frommen Christen sie überhaupt nicht auf dem Friedhof bestatten wollten (siehe Voltaire). Andererseits existiert heute auch eine Friedhofspflicht. Unsere Regierung gibt der Kirche immer noch sehr viel Macht die Bürger zu bevormunden.Inzwischen ist es leichter sich als schwul zu outen denn als Atheist. Als guter Christ braucht man eben ein klares Feindbild.


Es ist äußerst zynisch die Leinentuch- Bestattung als "Billigvariante" einer Beisetzung zu bezeichnen.Da schleicht sich der Verdacht ein, dass  auch an die Bestattungsunternehmer und Sarghersteller als künftige Wähler gedacht wird.
 Wenn die Leute schon die "Billigvariante" eines Lebens haben, weil habgierige Aktionäre und Firmeninhaber schwerarbeitende Gärtner, Bauarbeiter, Postausträger oder Verkäufer/innen so miserabel entlohnen, dass es zum Leben und zum Sterben zu wenig ist, und wenn diese dann krank sind,  keine teuren Extra-Leistungen drin sind, dann sollen sie es doch wenigstens bei der Beerdingung mal so richtig krachen lassen, selbst wenn man sich das Geld dafür leihen muss. Sonst würde der Dorfpfarrer ihnen noch einzureden versuchen sie wüssten ja nicht, dass es sich bei einer Bestattung "immer um den Abschied von einem nahestenden Menschen handelt"(Zitat-Reusch-Frey). So ein richtig schlechtes Gewissen sollen die bekommen. Damit kennt sich die Kirche gut aus!
           
                                                    mit genügend Asche zu Staub

Was bei der ganzen Sache übersehen wird, ist die Tatsache, dass nur knapp 67% der Landesbewohner Christen und 5,6% Muslimen eben auch mehr als 25% Konfessionslose gegenüber stehen. Den Rest teilen sich Mitglieder von Freikirchen, Buddhisten,Hindus und Juden, letztere nur verschwindende 0,08%.  Agnostiker und Atheisten werden ständig ermahnt gläubige Christen, Muslime und Juden zu respektieren, damit diese nicht  beleidigt sind, weil sie sich nicht genügend gewürdigt fühlen. Wer nimmt eigentlich auf die Gefühle der Religionslosen und Freidenker Rücksicht und respektiert deren Rationalität?

Wenn es einem Moslem oder Juden erlaubt sein soll seine Verstorbenen nach islamischem Glauben zu bestatten und auf einen Sarg zu verzichten, dann kann der Freidenker auch für sich fordern aus anderen Gründen, z.B der Umwelt zuliebe, seinen Opa in einem Tuch einzuäschern.


                                                  Muslimische Gräber in Süd-Deutschland


Gleiches Recht für alle! Entweder eine Landesregierung hält es ethisch für vertretbar Menschen ohne Sarg zu bestatten oder nicht. In jedem Fall muss die Entscheidung  jedoch für ALLE Bürger im gleichen Maße gelten.

Weshalb soll auch das "Ewige Ruherecht" nur für Juden und Moslems gelten? Wie ist es mit dem Ruherecht unserer eigenen Oma bestellt? Wer nicht von vornherein ein Familiengrab teuer kauft, und alle 15 oder 20 Jahre neu bezahlt, der hat erst gar keine Chance auf Verlängerung. Sieht so Gleichheit vor dem Gesetz aus?


                                          so sehen Friedhöfe in der Türkei aus
                                          einmal begraben-nie wieder besuchen

Es darf nicht am Ende die Frage stehen:"Wie hälst Du's mit der Religion?" Es darf ebenfalls nicht sein, dass das letzte Wort des Abgeordneten Thomas Reusch-Frey, der in seiner Vor-Abeordnetenzeit mal Pfarrer war wie unser Bundespräsident, die Feststellung ist: "Allein die religiöse Begründung für die Bestattung in Tüchern zählt!" Hierzu gibt es dann noch ganz praktisch einen Bibelvers für den frommen Christen zur Begründung.

Ich möchte aber nicht am Ende meines Lebens oder das meiner Angehörigen beim Bestatter erst auf eine Bibelstelle verweisen müssen, damit mir die gleichen Rechte wie meinen muslimischen Mitbürgern zuteil werden.

Da fühle ich mich als Freidenker nicht ernst genommen und ungenügend respektiert. 

Wenn man berücksichtigt wie viele unterschiedliche Bestattungsrituale gerade bei Bevölkerungsgruppen, die in unser Land zugewandert sind, verbreitet sind, muss man sich schon fragen, warum Gesetze im 21.Jahrhundert in einem weltlich-orientierten Staat partout religiös ausgerichtet sein müssen. Es gibt Bestattungen auf Scheiterhaufen, auf Bäumen, in hohlen Bäumen, auf Türmen, wo die Toten von Mönchsgeiern in den Himmel getragen werden sollen. In manchen hinhuistischen und buddhistischen Strömungen erfordert  die Totenwürde eine tage-oder wochenlange Aufbahrung zu Hause. Wenn man so absolut religiösen Wünschen nachgehen muss? Dann bitte! Wer bestimmt hier, auf welche Gefühle Rücksicht zu nehmen sind und auf welche nicht? Vermutlich nur auf die der Mitbürger, die am lautesten beleidigt sind?

Man sollte die Kirche im Dorf lassen und nicht in den Landtag tragen, sonst ist bald die Teilung von Staat und Kirche aufgehoben. Das wollen wir ja alle nicht. Sonst müssten wir am Ende noch die Tschadorpflicht für Frauen aus dem Iran und das Fahrverbot für Frauen aus Saudi-Arabien bei uns einführen, weil es ja bei denen so üblich ist. Warum nicht gleich noch die Erlaubnis afrikanische Mädchen beschneiden zu lassen, damit sie dafür nicht extra nach Afrika fliegen müssen, wie man ja auch die Knabenbeschneidung ohne jegliche Betäubung erlaubt hat. Eine fadenscheinige Begründung ist das. In Wahrheit hat die deutsche Politik zu wenig Sebstbewußtsein um nach dem Gewissen zu entscheiden, weil dann wieder so viele religiös-begründet beleidgt sind. Dann laßt sie halt beleidigt sein, wie Kinder, die vor dem Schlafen keine Schokolade mehr bekommen.

Ich fordere von der Politik gleiche Gesetze für alle Menschen, denn wir leben in einer freiheitlich-demokratischen Republik und nicht in einem Kirchenstaat. Keine Sharia in Deutschland!

                                          Prost Landesregierung!

Also bitte, liebe Landesregierung überlegt Euch das noch mal ganz genau mit unterschiedlichen Gesetzen für verschiedene Religonen. Ich weiß wirklich nicht, wo so was endet?! Ich will in einem laizistischen Staat nicht auf Ämtern nach meiner Religion gefragt werden! Das ist reine Privatangelegenheit und gehört nicht in die Politik, selbst wenn ein Bundespräsident und ein Landtagsabgeordneter mal Pfarrer waren. 


Siehe auch:

     

Dienstag, 11. Februar 2014

Schweizer schotten sich ab

Eine Insel mit paar Bergen

                                 Da haben uns die stolzen Helvetier schön den Stinkefinger gezeigt

 

Eigentlich sind die Schweizer zu beneiden um ihre Volksentscheide, an die sich die Regierung dort dann auch zu halten hat. Manchmal jedoch ist es vielleicht besser, wenn Menschen, die sich über die Folgen ihrer Entscheidung keine großen Gedanken machen, aus dem Bauch heraus die "überflüssigen" Ausländer aus dem Land verjagen wollen mit der Begründung die Mieten würden sich wegen der Fremden verteuern. Mit Verlaub aber für die Gestaltung der Mietpreise sind die Vermieter zuständig, und die Politik kann da auch mit einer Mietpreisgrenze oder mit dem Bau von Sozialwohnungen gestaltend eingreifen. In Deutschland sind auch ständig Leute genervt, wenn sie in der Bahn keinen Sitzplatz bekommen oder das Restaurant überfüllt ist, doch aus diesem Grund würde hierzu Lande niemand auf die Idee kommen, keine EU-Bürger mehr ins Land zu lassen. Das ist ausgesprochen lächerlich.
Ist es nicht viel schlimmer, wenn die selben Menschen in ihren Altenheimen keine Pflege mehr finden? Wer soll denen den Hintern wischen, wenn die eigenen Leute alle bewegungsunfähig und dement geworden sind?
Wer bedient sie denn in ihren schmucken Kaffeehäusern, wenn es keine jungen Helvetierinnen mehr gibt?
Wenn sich ein Land dermaßen selber abgrenzt, sich quasi auf einer Insel wähnt, der muss dann eben mit den Folgen leben. Hatten nicht gerade die Amerikaner ein arrogantes "Fuck you EU" vom Stapel gelassen? Dann gibt es mit "Fuck EU" aber auch kein Freihandelsabkommen. Dieses trifft die Schweiz mit Sicherheit sehr viel härter als die USA. Ein abgeschottetes Insel-Leben innerhalb Europas ist nicht möglich ohne sich selbst in den Ruin zu führen. Eines haben diese Stammtischwähler vermutlich vergessen: Die EU braucht die Schweiz nicht zum Überleben. In den Süden gelangt man auch anders und Berge gibt es noch in anderen EU-Ländern.

Wenn man den Statistiken glauben darf, die bei uns in den Medien kursieren, dann haben ausgerechnet in den Kantonen mit den geringsten Ausländeranteilen die meisten Menschen für eine Begrenzung der Zuwanderung gestimmt. Während in den Regionen mit der meisten Industrie und dem höchsten Ausländeranteil die wenigsten Einwohner für eine Begrenzung sind.Ofensichtlich haben hier weltfremde , rückwärtsgewandte Bergbauern über die Geschicke eines Landes entschieden. Da bin ich mal gespannt, wer im schönen Helvetien in Zukunft die Arbeit in der Industrie erledigt!


                                                                 Bitte nicht rückwärts

Es geht halt nicht an, dass man die doofen Ausländer nur ins Land läßt, damit sie dort ihr Schwarzgeld bunkern. Man kann direkt froh sein, dass Peer Steinbrück nicht Kanzler geworden ist, sonst hätte er vielleicht am Ende tatsächlich die Kavallerie geschickt. Vielleicht ist es doch ganz gut, dass bei uns nicht Hinz und Kunz über alles mit entscheidet, sonst würde am Ende noch die Todesstrafe eingeführt. Deutschland mangelt es ebenfalls nicht an Populisten, die es hervorragend verstehen das einfache Volk zu manipulieren.

Vielleicht sollten die pikierten  Bürger des Alpenländchens auch einmal darüber nachdenken, was gewissenlose Bosse ihrer eigenen Firmen so als Ausländer in anderen Staaten für ein Unwesen treiben. Wenn das Unternehmen "Nestle" nicht den ärmsten aller Menschen deren eigenes Trinkwasser abgraben würde, um damit ein riesiges Geschäft zu machen, hätten viele Leute gar keinen Grund ihre Heimat zu verlassen. Diese Menschen haben keine Möglichkeit die Geldhaie aus ihrem Land zu vertreiben, obwohl sie von einer Schweizer Firma ausgebeutet und um den Zugang zu sauberem Wasser ferngehalten werden- ihr eigenes Wasser wohlgemerkt, nicht das von Schweizern. In vielen der ärmsten Länder Afrikas und Südamerikas müssen Kinder dursten oder verseuchtes Wasser trinken oder sich von besagter Schweizer Firma überteuertes  Wasser in Flaschen kaufen, das die ihnen zuvor gestohlen haben. Das sollten bornierte Älpler erst beenden, bevor sie sich lautstark beschweren über Ausländer, die ihnen den Sitzplatz in der Bahn wegnehmen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/gegen-masseneinwanderung-schweizer-stimmen-mit-ja-a-952390.html     

Sonntag, 9. Februar 2014

Faschingsverbot in Schwaben

Faschingsfreie Zonen

in evangelischen Kindergärten im pietistischen Schwaben

 

In zwei Teilorten von Sachsenheim im Landkreis Ludwigsburg, haben unlängst zwei Pfarrer erklärt, dass sie sich gemeinsam mit dem Kirchengemeinderat gegen Fasnetsfeiern in den Kindergärten ihres Zuständigkeitsbereiches ausgesprochen haben. Ungeklärt ist noch inwieweit der Gemeinderat vom Pfarrer manipuliert wurde oder umgekehrt.Nun wissen wir ja alle, wie sehr Kinder sich auf solche Feste freuen.
Pfarrer Friedemann Wenzke ist der Meinung Fasching habe keinen kirchlichen Hintergrund und dessen Ursprung sei heidnisch. "Na und?!", kann ich da nur sagen. Das Heidnische hat seine Wurzeln bekanntlich im Germanischen und wir können ja mit gleichem Recht  unseren wilden vorchristlichen Traditionen treu bleiben, ohne dadurch böse Menschen zu werden.  Mit welcher Verzweiflung versuchen Kirchenvertreter ihre Macht zu wahren indem sie alles verteufeln, was Luther nicht persönlich abgezeichnet oder gar missbilligt hat.  Wir leben aber nicht mehr im 16. Jahrhundert. In der Zwischenzeit sind viele Dinge erfunden und entwickelt worden (auch Weltanschauungen), die Luther nicht gekannt hat. Sollen wir jetzt Autofahren, Fernsehen, im Netz-Surven und 1000 andere Dinge (und Weltanschauungen) verbieten und abschaffen, vernichten. Ähnlich wie es die Taliban in Afghanistan mit allem , was nicht in ihr Weltbild passte, betrieben haben?
Das Heidnische gehört ebenso zu unseren Wurzeln, wie das Christliche. Unsere Geschichte beginnt nicht erst beim Lutherisch-Protestantischen, sondern auch beim Katholischem und dem Germanisch-Heidnischen. Ebenfalls zu unserer Kultur gehören Menschen, die (auch wenn so mancher Pfaffe das nicht wahrhaben will) einer anderen Religion angehören oder(ach wie böse) ohne jegliche religiöse Machenschaften auskommen. Das ist schwer zu verstehen für Menschen, deren mentale Fähigkeiten es nicht erlauben ein Zeitgeschehen anzuerkennen, das sich nicht an 2000 Jahren alten Märchen ausrichtet.

Ich weiß auch gar nicht in wie weit so einem Dorfpfarrer bekannt ist, dass es Menschen gibt, die ganz genau wissen, wie viel finaziellen Anteil die weltliche Welt an kirchlichen Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern hat? Das sind nämlich(aufgepasst!) in den meisten Fällen über 90% der Kosten. Da würde ich doch mal sagen: "Wer zahlt, bestimmt!" Unbekannt ist auch ob die Familien dieser kleinen Teilorte überhaupt die Möglichkeit haben ihre Kinder in einen Gemeinde-Kindergarten zu bringen? Wieso lassen sich Gemeinden, Kreise und das Land Baden-Württemberg von kleinen Dorfpfarrern dermaßen erpressen?
Jede Epoche hat wohl so seine Tabus und Schwächen über die nicht diskutiert werden dürfen?
Gesellschaftlich anerkannt ist nur der gute Christenmensch. Der Gottlose ist ein Böser! Wer gottlos und böse ist, bestimmt der Dorfpfaffe! Die armen Kinderchen muss man vor dem Übel bewahren, in dem man ihnen den Spaß verdirbt. Was ist so schlimm am Verkleiden, genau dann wenn die anderen es auch tun .
Der Herr Pfarrer findet keinen Gefallen an Hexen und Teufeln? Lebt die Kirche nicht genau davon, dass es das Böse gibt?

http://www.bayern-evangelisch.de/www/leben/fastnacht-und-die-christlichen-wurzeln.php

Warum hat man denn keine Kritik  an der "Anti-Fasnets-Regel" erfahren? Liegt das womöglich an der sozialen Kontrolle in solch pietistischen Dörfern? Wer wagt es denn dort sich dem Pfarrer zu widersetzen?
Schon ein Zufall, dass es sich um die selben Dörfer handelt, die sich mit dubiosen Argumenten auch vehement gegen ein Asylantenheim wehren. Was sind wir doch für gute Christenmenschen! Wir lassen es nicht zu, dass unsere Kinder sich " an Fasnet au noo ä Hexe-Larve aufsetzet" !

In diesem Sinne: Helau und Alaaf!!
http://www.swp.de/bietigheim/lokales/sachsenheim/art1188799,2411579
http://www.swp.de/bietigheim/lokales/sachsenheim/art1188799,2415349
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.sachsenheim-fasnet-ist-in-kindergaerten-tabu.eff0354e-6326-4602-810a-99aa1297fe3f.html
http://www.pi-news.net/2012/02/trossingen-nix-fasnet-in-evangelischen-kitas/

Samstag, 8. Februar 2014

Bericht zur Vernissage in Kleinsassen

Nach einer Vorbereitungszeit von fast zwei Jahren wurde nun endlich am 24.3.2013 die Ausstellung 

Konzepte in Stoff“ in den Hallen der Kunststation im Malerdorf Kleinsassen 


 in der Rhön eröffnet. Der Verein Quiltkunst e.V. beauftragte 22 jurierte Künstlerinnen die Räume der Kunststation mit jeweils drei großformatigen Arbeiten zu bestücken.

In einem spannenden entspannten Vortrag gab der Kunsthistoriker Dr. Friedhelm Scharf einen Einblick in die Welt der textilen Kunst von der Avantgarde in Paris über das Bauhaus in Weimar und die 60er Jahre mit Beuys und Morris bis zur zeitgenössischen Textilkunst und der Documenta.
22 textile Positionen so unterschiedlicher Art, wie Menschen, wie Künstler nur sein können.
Konstanze Trommers Werkfolge „Aufbruch ins Paradies“ bestach mit rot-tönigen Figurengruppen auf weißer Seide, die mittels verschiedener Drucktechniken und Acrylmalerei entstanden. Im selben lichten Raum war auch die Installation von Gabriele Kleindienst untergebracht. „Garten der Lüste“ gehört zum Gesamtkonzept „Grands“, wovon man gerne noch mehr gesehen hätte, so faszinierend waren ihre dreidimensionalen detailreichen Personenwelten.
Ebenfalls in diesem Raum waren je zwei Arbeiten von Monika Sebert(Marathon1 und 2) und Ulrike Fritz mit „Meine Mutter 1und 2“. Beide zeigen wunderbare Frauenporträts -- ähnlich und doch verschieden --.
Gabi Mett setzt sich in „Der Platz der Schamanin“ mit den Wurzeln der Menschheit auseinander. Eine Bodeninstallation und ein „Mantel“ an der Wand, wie man es bereits von ihr kennt und liebt.
Äußerst beeindruckend wieder die Arbeiten von Brigitte Kopp mit „Stummer Schrei“ und „ Die drei Affen“ Bei Brigitte Kopp wird man auf der Suche nach einer Aussage immer fündig, sie lädt stets ein zum Nachdenken und Sinnen auf Veränderung in der Gesellschaft. Bei ihr macht die Kunst wirklich Sinn. Das liebe ich an ihrer Arbeit, da dies auch mein Anliegen ist.
Auch das Objekt „Was kommt noch?“ von Judith Mundwiler würde ich in die Rubrik „Politische Kunst“ einreihen; zielt es doch auf die Wirtschaftskrise und die Occupy-Bewegung ab.
Alles in allem ist dies eine sehenswerte Ausstellung, zu der auch ein Katalog erschienen ist, in dem man noch einmal alles in Ruhe anschauen kann—die Qualität der Originale ist jedoch unübertrefflich –. Noch bis 20.Mai in Kleinsassen-Hofbieber(Kunststation), An der Milseburg 2, www.kleinsassen.de
Weitere Ausstellungsorte: Textilsammlung Max Berk/Kurpfälzisches Museum Heidelberg-Ziegelhausen, Brahmsstr.8 , www.museum-heidelberg.de
LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt, Industriestr.5, www.lwl.org.de
taatliches Textil.-und Industriemuseum Augsburg, Kammgarnspinnerei, Provinostr.46 www.timbayern.de
Hin fahren---Ansehen!! Mehr dazu auf www.artquilt.de